EINE UNWAHRSCHEINLICHE BEGEGNUNG – Éliette Abécassis

Zwei Fremde in einem Zug irgendwo in Frankreich. Ihre Blicke begegnen sich, sie fühlen sich vom anderen angezogen. Es könnte eine Liebesgeschichte sein, doch es Gesellschaftskritik verpackt in poetischer Melancholie.
Sie denkt an ihren Freund, den sie verlassen will. Er an vergangene Zeiten, als er die Frauen beeindrucken und erobern konnte. Sie fährt nach Hause, er ist auf der Flucht. Weder einen Koffer noch eine Fahrkarte besitzt er, auch keine Aufenthaltsgenehmigung. Ihr Leben und ihre Hoffnungen könnten nicht unterschiedlicher sein. Und doch ist es der eine Augenblick, der alles verändern könnte.
Sie und er bleiben für den Leser namenlos, dennoch tauchen wir tief in ihre von Sehnsucht geprägten Gedanken ein. Begleiten sie in ihre Erinnerungen und in der kurzen, aber intensiven Zeit auf einem Bahnhof. Am Ende bleiben es fragmentarische Momente, die sich zu einem großen Ganzen zusammenfügen.

Abècassis ist eine wortgewaltige Erzählerin, die tief ins Innerste der Charaktere schaut, die uns mit ihren Worten taumeln lässt. Gefühlvoll und klug erzählt sie vom Aufblitzen einer Liebe und der Sehnsucht nach einem anderen Leben. Eine Geschichte von Hoffnung und Loslassen, mit einem Ende, das mich berührt hat.

Klappentext

Éliette Abécassis erzählt lebensklug und pointiert von einer ganz besonderen Begegnung: Zwei Fremde stürzen sich Hals über Kopf in ein kurzes, alles veränderndes Treffen. Ein berührender und lange nachhallender Roman über die Liebe und den Zufall, unterschiedliche Lebenswelten und den Mut zu großen Entscheidungen.
Irgendwo in Frankreich fährt ein Zug durch die Landschaft. Darin sitzen eine Frau, versunken in Gedanken an ihren Freund, den sie schon lange verlassen will, und ein junger Mann, der weder eine Fahrkarte noch eine Aufenthaltsgenehmigung besitzt. Als an einem Bahnhof alle Reisenden aussteigen, hilft er ihr mit dem Koffer – und sie hilft ihm kurzentschlossen, sich vor der Polizei zu verstecken. Die beiden bleiben am Gleis zurück und merken schnell, dass sie sich zueinander hingezogen fühlen.
Doch ihre Leben und Hoffnungen könnten unterschiedlicher nicht sein. Éliette Abécassis erzählt vom Aufblitzen einer Liebe und von der Sehnsucht nach einem anderen Leben. Die zentrale Frage dieses Romans haben wir uns alle schon einmal gestellt: Kann ein einziger Augenblick alles verändern?

Über die Autorin

ÉLIETTE ABÈCASSIS, geboren 1969 in Straßburg, ist Autorin und Professorin für Philosophie. Ihr erster Roman, Qumran, wurde zum internationalen Bestseller, der in achtzehn Ländern erschien. Neben ihrer Expertise für historisch-religiöse Themen wird sie für ihre literarische Betrachtung von Partnerschaft im 21. Jahrhundert geschätzt. Ihr Roman »Mit uns wäre es anders gewesen« erschien 2021 im Arche Literatur Verlag und wurde auch hierzulande ein großer Erfolg. Éliette Abécassis ist Mutter zweier Kinder, engagiert sich für Frauen- und Kinderrechte und lebt in Paris.

Bibliografische Angaben

ISBN: 978-3-7160-2814-8
Verlag: Arche Literatur Verlag
Erscheinungsjahr: 2022
Übersetzung: Kirsten Gleinig
Seiten: 123, Hardcover

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Über ein.lesewesen 271 Artikel
Es kommt darauf an, einem Buch im richtigen Augenblick zu begegnen. Hans Derendinger

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