GEISTERFJORD – Yrsa Sigurðardóttir

Island, Winter, ein verlassenes Dorf in der Einöde – das verlangt nach einer schaurigen Geschichte. Und genau die bekommen wir hier. Nach »Schnee« war dies das 2. Buch der Autorin, das ich gelesen habe.

Drei junge Leute aus Reykjavik wollen ausgerechnet im Winter eine heruntergekommene Ferienhütte renovieren. Von Anfang an hat man ein vages Gefühl, dass mit ihnen was nicht stimmt. Sigurðardóttir schildert in eindrucksvollen Bildern, wie gespenstig die verlassene Insel ist, die wenigen Häuser, deren Fenster mit Brettern vernagelt sind. Komische Geräusche, Muscheln auf Gräbern, Kreuze hinterm Haus, das alles ist nur der schaurige Anfang einer gruseligen Geschichte.
Im 2. Handlungsstrang folgen wir dem Psychologen Freyr und der Polizistin Dagny, die es mit einem seltsamen Vandalismus und einem Selbstmord in Ísafjörður zu tun haben. Bei ihren Ermittlungen stoßen sie auf einen ähnlichen Fall, der 60 Jahre zurückliegt. Freyr, dessen Sohn vor ein paar Jahren verschwunden ist, hört noch immer Bennis Stimme. Am Ende steht eine grausame Wahrheit.

Die Geschichte ist schnörkellos, ohne unnötige Nebenhandlungen und spannend aus 2 Perspektiven erzählt. Die gelegentlichen Cliffhanger sorgten dafür, dass ich das Buch quasi inhaliert habe. Beide Handlungen haben lange Zeit nichts miteinander zu tun, allerdings geht es dann Knall auf Fall. Ich mag Sigurðardóttirs Plotideen, die mich jedes Mal mit ihren Wendungen überraschen.

Seien wir doch mal ehrlich, spätestens wenn die Handys tot sind und nasse Fußtapsen im abgeschlossenen Zimmer wären, hätten wir uns doch schon längst in die Hosen gemacht. Aber so ist das mit den Gruselgeschichten, hier muss nicht alles logisch sein oder aufgelöst werden.

Klappentext

Von Islands Königin des Spannungsromans!
Drei junge Leute aus Reykjavík planen, ein heruntergekommenes Haus in einem verlassenen Dorf in den kargen Westfjorden Islands wieder aufzubauen; sie ahnen nicht, welch gewaltige Ereignisse sie damit in Gang setzen.
In einer Kleinstadt am anderen Ende des Fjords ermittelt zur selben Zeit Polizistin Dagný gemeinsam mit Freyr, einem Psychologen, in einer Reihe von unnatürlichen Todesfällen. Welche Geheimnisse bergen die staubigen Polizeiakten aus dem vorigen Jahrhundert? Und warum hat Freyr auf einmal das Gefühl, dass sein verschollener Sohn noch am Leben sein könnte? Erst als die Verbindung zwischen diesen rätselhaften Geschehnissen sichtbar wird, enthüllt sich die grausige Wahrheit.
Dieser unheimliche und furchteinflößende Roman der internationalen Bestseller-Autorin Yrsa Sigurðardóttir ist, neben diversen Kinderbüchern, ihr sechstes Buch für Erwachsene und beruht zum Teil auf Tatsachen.

Bibliografische Angaben

ISBN: 978-3596-19273-1
Verlag: Fischer Verlag
Erscheinungsjahr: Oktober 2011
Übersetzung: Tina Flecken
Seiten: 368, Taschenbuch

Über die Autorin

Yrsa Sigurdardóttir, geboren 1963, ist eine vielfach ausgezeichnete Bestsellerautorin, deren Spannungsromane in über 30 Ländern erscheinen. Sie zählt zu den »besten Kriminalautoren der Welt« (Times). Sigurdardóttir lebt mit ihrem Mann und zwei Kindern in Reykjavík. Sie debütierte 2005 mit »Das letzte Ritual«, einer Folge von Kriminalromanen um die Rechtsanwältin Dóra Gudmundsdóttir. DNA ist Start einer neuen Serie um die Psychologin Freyja und Kommissar Huldar von der Kripo Reykjavík.

Weitere Werke

Schnee btb Verlag 2022

Avatar-Foto
Über ein.lesewesen 255 Artikel
Es kommt darauf an, einem Buch im richtigen Augenblick zu begegnen. Hans Derendinger

Ersten Kommentar schreiben

Antworten

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.


*