LIEBLINGSKIND – C.J. Tudor

Joe Thorne kehrt nach vielen Jahren zurück in seine Heimatstadt Arnhill, auch wenn er es nie wollte. Doch er muss herausfinden, was damals vor 25 Jahren tatsächlich geschah.

Während wir Joe erleben, wie er seine Stelle als Lehrer antritt und schnell klar wird, dass er in Arnhill nicht gern gesehen ist, erzählt er uns in langen, aber spannenden Episoden von seiner Vergangenheit, seiner Jugend in einer Gang, seiner jüngeren Schwester, die verschwand und nach 48 Stunden völlig verändert wieder auftauchte. Nur häppchenweise erfahren wir, was damals passierte und warum seine alten Freunde seine neuen Feinde sind. Und genau das ist es, was die Geschichte so fesselnd macht. Mit jeder neuen Enthüllung steigert sich die Spannung, weil nur noch mehr Details zutage treten, die die Geschichte noch verwirrender machen. Verwirrend aber im positiven Sinn.
Letztlich ist es eine Geschichte aus Lügen und Geheimnissen, die von der Autorin C.J. Tudor meisterhaft erzählt wird. Ihr bildlicher Schreibstil und ihr bissiger Humor, die gut herausgearbeiteten Charaktere und das schaurige Setting waren ganz nach meinem Geschmack. Die perfekt verwobenen Handlungsstränge, die sich zum Ende hin so verdichten, dass ich nicht in der Lage war, das Buch aus der Hand zu legen. Nichts ist, wie es scheint, es gibt keinen, der nur gut oder nur böse ist – aber alles hängt mit allem zusammen. Wer sich gern von vielen, perfekt gesetzten Wendungen überraschen lässt, wird hier seine wahre Freude haben. Nervenkitzel bis zur letzten Seite, ein bisschen Mystik, ein wenig Horror. Auch wenn letztlich ein paar Details im Dunklen bleiben.
Ganz klare Empfehlung von mir. Ich vermag nicht zu beurteilen, ob es den Lesern von Stephen King gefällt, aber zumindest behauptet er es.

Klappentext

Eines Nachts verschwand seine geliebte Annie. Aus ihrem eigenen Bett. Das ganze Dorf hat sie gesucht, überall. Alle haben das Schlimmste befürchtet. Und dann, wie durch ein Wunder, kehrte sie vierundzwanzig Stunden später zurück. Aber sie konnte – oder wollte – nicht sagen, was ihr zugestoßen war. Und auch er konnte es sich nicht erklären. Er wusste nur, dass sie nicht mehr dieselbe war. Nicht mehr seine Annie. Und er bekam Angst – mörderische Angst vor seiner eigenen kleinen Schwester …

Beklemmend, unheimlich und Atem beraubend spannend – der neue Thriller von C.J. Tudor.

Bibliografische Angaben

ISBN: 978-3-442-49084-4
Verlag: Goldmann Verlag
Erscheinungsjahr: 2020
Übersetzung: Werner Schmitz
Seiten: 430, Taschenbuch

Weitere Werke

Das Gotteshaus
Der Kreidemann

Über die Autorin

C.J. Tudor wuchs in Nottingham auf, wo sie auch heute mit ihrem Lebensgefährten und ihrer Tochter lebt. Ihr erster Thriller »Der Kreidemann« sorgte international für Furore und wurde in 40 Länder verkauft. Auch ihre nachfolgenden Thriller, alle im Goldmann Verlag erschienen, waren große SPIEGEL-Bestsellererfolge.

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Es kommt darauf an, einem Buch im richtigen Augenblick zu begegnen. Hans Derendinger

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